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Stell dir vor, du sitzt in einem Flugzeug und der Pilot begrüßt dich freundlich über die Lautsprecher: „Heute ist mein erster Flug! Aber keine Sorge – ich habe einen Copiloten.“

Kurz zuckst du zusammen. Genau so fühlen sich viele Kolleg:innen, wenn Copilot und Microsoft 365 plötzlich im Arbeitsalltag landen. Die Technik ist da – der Mensch macht den Unterschied.

Und genau hier setzt eine Adoption-Strategie an. Sie sorgt dafür, dass aus einem Rollout keine Bruchlandung wird, sondern eine echte Reise, auf der alle Passagier:innen mitgenommen werden.

1. Adoption-Strategie & Vorgehen: Der Flugplan vor dem Start

Adoption ist kein Zufallsprodukt. Sie ist ein bewusst gestalteter Prozess mit vier klar definierten Etappen:

  • Auftragsklärung – Bedarfe, Erwartungen und Rahmen gemeinsam festlegen.
  • Strategiebild & Design – Maßnahmen und passende Lernformate ableiten.
  • Pilotierung – Bausteine konzipieren und mit einer Pilotgruppe erproben.
  • Flächendeckung – Ergebnisse skalieren und im Arbeitsalltag verankern.

Der erste Erfolgsfaktor heißt dabei Kontextualisierung und Visionsarbeit: Wozu machen wir das eigentlich? Wettbewerbsvorteil, Prozessverbesserung, Augmentation – oder doch nur Kosteneinsparung? Wer diese Frage nicht beantwortet, bekommt später ehrliche Rückmeldungen wie:„Ich verstehe nicht, warum wir ständig neue Tools einführen müssen.“


2. Change & Kultur: Mensch · Technik · Kultur im Dreiklang

Ein Rollout ist keine reine IT-Übung. Er berührt immer drei Ebenen gleichzeitig: das menschliche Miteinander, die technischen Kanäle und die prozessualen Abläufe.

Wer in die Passagierkabine schaut, erkennt sie sofort – die Rollen entlang der Technology Adoption Curve:

  • Innovatoren lehnen sich begeistert zurück und schnallen sich an.
  • Aktive Gläubige studieren die Flugroute und begeistern ihre Kolleg:innen.
  • Opportunist:innen warten skeptisch ab, bis das Flugzeug ruhig fliegt.
  • Abwartende kuscheln sich in ihre Sitze und schauen erst mal zu.
  • Untergrundkämpfer:innen grummeln leise und planen die eigene Rettung.
  • Emigrant:innen suchen bereits nach dem Fallschirm.

Eine gute Adoption-Strategie holt jede dieser Gruppen dort ab, wo sie steht – und nimmt ihre Sorgen ernst, statt sie zu übergehen.

3. Kompetenzaufbau: Trainings & Workshops als tragende Flügel

Damit alle mitfliegen, braucht es einen echten Kompetenzaufbau. Dazu gehören:

  • Grundlagen-Trainings zu Copilot, Datenschutz, Dos & Don’ts.
  • Prompting-Workshops, in denen Anwender:innen lernen, mit Kontext, Rolle und Format klare Aufträge zu formulieren.
  • Reflexion der Risiken – von Halluzinationen bis zum Datenzugriff.

Wichtig: Trainings dürfen nicht nur „Klick-Kurse“ sein. Sie müssen die Frage beantworten, die im Kopf jedes Users hängt: What’s in it for me?


4. Micro-Learnings & Team-Workshops: Lernen in kleinen Etappen

Auf einem Langstreckenflug isst niemand alle Mahlzeiten auf einmal. Beim Lernen ist es genauso. Deshalb setzen wir auf bedarfsorientiert dosierte Angebote in mundgerechten Portionen:

  • Micro-Learnings für den schnellen Impuls zwischendurch.
  • Team-Workshops entlang der Logik: Ich und meine Arbeit · Ich und mein Team · Ich und meine Organisation · Ich und Externe.
  • Retros am digitalen Lagerfeuer, in denen Teams reflektieren, was funktioniert und wo M365 noch besser unterstützen kann.

So entsteht kein Frontalunterricht, sondern eine echte Lernreise mit vielen kleinen Aha-Momenten.

5. Key User & Champions befähigen: Die Bordcrew stärken

Kein:e Pilot:in fliegt allein. Genauso braucht Adoption ein starkes Multiplikatorenkonzept: Power User, Key User und Champions, die ihr Wissen an Kolleg:innen weitergeben, Fragen beantworten und als sichtbare Vorbilder wirken.

Diese Crew ist Gold wert, weil sie:

  • Nah dran am Alltag der Teams ist,
  • Übersetzungsarbeit zwischen IT und Fachbereich leistet,
  • und Vertrauen dort aufbaut, wo klassische Trainings nicht hinreichen.

Kombiniert mit einem Change- and Transition-Framework wird Adoption zur Teamleistung – nicht zur Einzeldisziplin.


6. Copilot & KI im Arbeitsalltag: Vom Tool zum Kolleg:innen

Der eigentliche Wendepunkt kommt, wenn Copilot nicht mehr „das neue Tool“ ist, sondern zum selbstverständlichen Begleiter im Alltag wird. Dafür braucht es drei smarte Erfolgsfaktoren:

  • Digitaler Reifegrad – wo stehen die Teams wirklich? (Wie bei einer Banane: grün, gelb oder überreif?)
  • Fokus auf Prozesse – denn:„Wenn Sie einen Sch…prozess digitalisieren, dann haben Sie einen sch… digitalen Prozess.“ (Thorsten Dirks)
  • Prompt-Bibliothek – kuratierte, geteilte Prompts als sichtbarer Beweis, dass KI hier wirklich Arbeit abnimmt.

Und ganz nebenbei entsteht so auch ein Grundverständnis dafür, wo Copilot Grenzen hat: Halluzinationen prüfen, Datenschutz beachten, Verantwortung behalten.


7. Vom Rollout zur gelebten Praxis: Die Lernreise geht weiter

Die spannendste Phase beginnt nach dem Go-Live. Denn Ideen bleiben nur dann keine Ideen, wenn sie im Alltag ankommen. Genau darum sprechen wir bei [lernglust] von einer Lernreise mit sechs Stationen:

  1. Kick-off im Team – Wo nervt uns die Zusammenarbeit heute?
  2. Einsteiger-Trainings – Grundlagen für alle.
  3. Persönliche Lernreise – Jede:r wählt Schwerpunkte und Format.
  4. Deep Dive – Vertiefung in einzelne Apps oder Prozesse.
  5. Retro am Lagerfeuer – Was hat sich verändert?
  6. Team-Workshop – Neue Spielregeln verankern.

Ergänzt um Golden Rules & Guidelines für den Umgang mit M365 und KI wird aus dem Rollout eine gelebte Kultur.


Fazit: Adoption ist kein Projekt – Adoption ist eine Haltung

Eine Adoption-Strategie ist der Unterschied zwischen einem Flugzeug voller nervöser Passagier:innen und einer Crew, die gemeinsam ans Ziel fliegt. Sie verbindet Vision, Menschen, Prozesse und Lernen zu einem Ganzen – und macht sichtbar, wo dein Unternehmen heute steht und wohin die nächste Etappe geht.