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Digitale Kommunikation hat unsere Aufmerksamkeit und unser Verhalten grundlegend verändert – mit Auswirkungen auf unseren Arbeits- und Lernalltag. Während traditionelle Arbeitsmethoden und Lernansätze zunehmend an ihre Grenzen stoßen, erfordert die heutige digitale Welt eine Anpassung an neue Realitäten.

Aufmerksamkeit Zeitalter der digitalen Kommunikation

Im digitalen Kontext verteilt sich unsere Aufmerksamkeit zyklisch und fragmentiert. Anders als in der vordigitalen Zeit, wo die Aufmerksamkeit eher fokussiert und linear verlief, springen wir heute zwischen verschiedenen Reizen und Aktivitäten hin und her. Virale Inhalte ziehen besonders viel Aufmerksamkeit auf sich, da sie durch Algorithmen und soziale Interaktionen verstärkt werden. Dies führt zu einer oberflächlicheren Verarbeitung von Informationen, da wir ständig neue Reize wahrnehmen und bewerten müssen.

Verstärkungslernen und Social Media

Die Nutzung von Social Media basiert auf den Prinzipien der operanten Konditionierung, wie sie von B. F. Skinner beschrieben wurden. Positive Verstärkungen, wie Likes und Kommentare, führen dazu, dass Nutzer ihr Verhalten wiederholen. Diese Mechanik kann zu einer Art Suchtverhalten führen, bei dem du immer wieder nach dieser Bestätigung suchst. Studien zeigen, dass Social-Media-Nutzer umso häufiger posten, je mehr Likes sie erhalten.

Social Media kann starke emotionale Reaktionen auslösen und zu einer Sucht führen. Das ständige Überprüfen von Benachrichtigungen und das Gefühl der Unruhe bei fehlendem Zugang zu den Plattformen sind typische Anzeichen. Diese Mechanismen sind vergleichbar mit denen in Skinner’s Experimenten, wo Verhalten durch Belohnung gesteuert wird.

Dabei sind die Algorithmen von Social Media so gestaltet, dass sie das Nutzerverhalten analysieren und Inhalte personalisieren, um die Interaktionswahrscheinlichkeit zu erhöhen. Dies schafft eine Feedbackschleife, die das Verhalten der Nutzer weiter beeinflusst und verstärkt. Soziale Interaktion und die Suche nach Anerkennung spielen dabei eine zentrale Rolle. Plattformen wie Facebook und Instagram sind darauf ausgelegt, die Verweildauer der Nutzer zu maximieren und sie zur kontinuierlichen Interaktion zu bewegen.

Folgen für den Arbeitskontext und den Bereich Corporate Learning

Die durch digitale Kommunikation und Social Media verursachten Veränderungen der Aufmerksamkeit haben tiefgreifende Folgen für den Arbeitskontext und den Bereich Corporate Learning. Im Arbeitskontext führt die fragmentierte und zyklische Aufmerksamkeit dazu, dass Mitarbeiter oft zwischen verschiedenen Aufgaben und Reizen hin- und herwechseln. Dies kann die Konzentration und Produktivität beeinträchtigen, da tiefergehende, fokussierte Arbeit schwieriger zu erreichen ist. Mitarbeiter neigen dazu, häufiger abgelenkt zu sein und Aufgaben weniger effizient zu erledigen. Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie Strategien entwickeln müssen, um diese Ablenkungen zu minimieren und die Produktivität zu steigern, beispielsweise durch die Implementierung von Tools zur Aufgabenverwaltung und Fokussierung sowie durch Schulungen zum besseren Zeitmanagement und zur digitalen Achtsamkeit.

Im Bereich Corporate Learning erfordert die veränderte Aufmerksamkeitsverteilung eine Anpassung der Lernmethoden und -inhalte. Traditionelle Schulungsansätze, die auf längere Konzentrationsphasen setzen, sind weniger effektiv. Stattdessen müssen interaktive und visuelle Elemente verstärkt integriert werden, um die Aufmerksamkeit der Lernenden zu binden. Methoden wie Gamification, Sketchnotes und der Einsatz von interaktiven Plattformen können helfen, das Lernen ansprechender und nachhaltiger zu gestalten. Zudem ist es wichtig, Lerninhalte in kürzeren, fokussierten Einheiten zu vermitteln und regelmäßiges Feedback einzubauen, um die Motivation und das Engagement der Lernenden zu fördern. Unternehmen müssen auch die psychologischen Effekte der Social Media Nutzung berücksichtigen und Strategien entwickeln, um eine gesunde Balance zwischen digitaler Interaktion und konzentriertem Arbeiten zu fördern. Insgesamt erfordert dies eine umfassende Neuausrichtung der Lern- und Arbeitskultur, die sowohl die Herausforderungen als auch die Chancen der digitalen Transformation aktiv adressiert.

Tipps zur Kontrolle der persönlichen Social Media Nutzung 

Die ständige Verfügbarkeit und Ablenkung durch Social Media und andere Medien kann im Arbeitsumfeld erheblich die Produktivität beeinträchtigen. Hier sind fünf Tipps, wie du deine Mediennutzung am Arbeitsplatz besser kontrollieren kannst:

Setze klare Zeitlimits

Verwende Tools, die dir helfen, die Zeit, die du auf Social Media verbringst, zu begrenzen. Viele Smartphones und Computer bieten Funktionen zur Bildschirmzeitüberwachung, die dich daran erinnern, wenn du dein tägliches Limit erreicht hast. Plane feste Pausen ein, in denen du soziale Medien nutzen darfst, und halte dich strikt daran.

Erstelle medienfreie Arbeitszonen

Definiere bestimmte Bereiche deines Arbeitsplatzes oder bestimmte Zeiten während des Arbeitstages, in denen Social Media tabu ist. Zum Beispiel könntest du festlegen, dass dein Schreibtisch oder Meetings medienfrei bleiben, um die Konzentration zu fördern und Ablenkungen zu minimieren.

Nutze alternative Pausenaktivitäten

Anstatt in Pausen auf Social Media zu scrollen, finde alternative Aktivitäten, die dir helfen, dich zu entspannen und den Kopf frei zu bekommen. Kurze Spaziergänge, Stretching-Übungen oder der Austausch mit Kolleg:innen können dir helfen, dich zu erholen, ohne in die Social-Media-Falle zu tappen.

Praktiziere digitale Achtsamkeit

Entwickle Achtsamkeitstechniken, wie kurze Meditationsübungen oder bewusstes Atmen, um dich auf den Moment zu konzentrieren und Stress abzubauen. Reflektiere regelmäßig über deine Social-Media-Gewohnheiten und deren Auswirkungen auf deine Arbeitsleistung und dein Wohlbefinden.

Implementiere regelmäßige digitale Entgiftungen

Plane regelmäßig Social-Media-freie Tage oder Wochenenden ein, um deine Abhängigkeit zu reduzieren und deine mentale Gesundheit zu stärken. Solche Pausen können dir helfen, deine Beziehung zu digitalen Medien neu zu bewerten und mehr Balance in deinen Alltag zu bringen.

Für mehr Tipps zu digitaler Zusammenarbeit, glattere Workflows und auch dadurch weniger Konzentrationsabbrüche lies doch ein mal in unseren Blogbeitrag zum „Idealen Teams-Team — Mythos oder Machbarkeit“. Dort findest du hilfreiche Tipps um mit Datenchaos und Kommunikationsoverflow aufzuräumen.

Fazit

Die Kontrolle der Mediennutzung erfordert sowohl persönliche Verantwortung als auch das Schaffen optimaler Rahmenbedingungen im Arbeitskontext und im Corporate Learning. Persönlich kannst du durch bewusste Entscheidungen und Techniken wie Zeitlimits, medienfreie Zonen und digitale Achtsamkeit deine Ablenkung minimieren und deine Produktivität steigern. Gleichzeitig ist es entscheidend, dass Unternehmen eine unterstützende Umgebung schaffen, die diese gesunden Praktiken fördert.